Österreichs Bodenverbrauch steigt

Zunahme bei Baufläche, Rückgang bei Betriebsflächen und Straße

© Umweltbundesamt/B. Gröger

Wien, 2. April 2020 – Der Bodenverbrauch ist, nachdem er seit 2013 gesunken ist, von 2018 auf 2019 erstmals wieder gestiegen. Im Jahr 2019 wurden täglich 13 Hektar Boden neu beansprucht. Davon gehen 4 Hektar pro Tag dauerhaft verloren, weil diese Fläche versiegelt wird. Der Bodenverbrauch verursacht einen kontinuierlichen Verlust von produktiven Böden, 2019 waren es 44 km². Dieser Verlust hat auch Folgen für Österreichs Ernährungssicherung, die nationale Verfügbarkeit von Nahrung und den Zugang zu Lebensmitteln.

 

Das bedeutet, dass jährlich eine Fläche in der Größe von Eisenstadt verbaut wird. Ungefähr 40% davon sind versiegelt, das heißt der Boden ist mit einer wasserundurchlässigen Schicht abgedeckt, also bebaut, betoniert, asphaltiert oder gepflastert. Damit gehen wichtige Bodenfunktionen, wie die Fähigkeit Wasser zu speichern und zu verdunsten, Schadstoffe zu filtern und Kohlenstoff zu binden, verloren. „Nur durch vorausschauenden Bodenschutz können wir die natürliche Bodenfruchtbarkeit für künftige Generationen erhalten, Hochwasserrisiken senken, Hitzeeffekten entgegenwirken und die biologische Vielfalt erhalten,“ erklärt Gundi Prokop, Bodenexpertin im Umweltbundesamt.

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Versiegelung nimmt zu

 

In den vergangenen zehn Jahren wurden in Österreich zwischen 32% und 41% der verbrauchten Flächen versiegelt. Tendenz steigend. Ende 2019 wurden 41% der verbauten Böden undurchlässig gemacht. Damit gehen alle biologischen Funktionen, wie Filterwirkung für Schadstoffe, Nährstoffversorgung für Pflanzen oder Wasserspeichervermögen, verloren. Der Anstieg des Versiegelungsgrads und die Zunahme des Bodenverbrauchs zeigen: Bisherige Maßnahmen zur Reduktion der Flächeninanspruchnahme greifen nicht oder zu wenig.

 

Treiber des Bodenverbrauchs

 

Den größten Anteil am Bodenverbrauch beanspruchen Bau- und Betriebsflächen. Während der Flächenbedarf für Betriebsflächen in den letzten Jahren zurückgegangen ist, wird bei den Bauflächen ein Anstieg verzeichnet, der 2019 seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Eine Ursache dafür ist die hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien und der zunehmende Trend, in Wohnimmobilien zu investieren.

Ein Rückgang des Bodenverbrauchs ist in der Nutzung für Erholungs- und Abbauflächen und im Straßenbau zu beobachten. Auch die von der Bahn beanspruchten Flächen schrumpfen. Seit 2013 beansprucht dieser Sektor jährlich weniger Boden. Ursachen dafür sind Umstrukturierungsmaßnahmen. Beispielsweise werden ehemalige Verschiebebahnhöfe für Gewerbe oder Wohnzwecke entwickelt und nicht mehr von der Bahn genutzt.

 

Weitere Informationen:

Petra Kestler, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/313 04 5432